Wissenswertes
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Warum brauche ich eine Netzumschaltbox für meine PV-Anlage?
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Funktioniert meine PV-Anlage bei Stromausfall weiter?
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Wie lange hält mein Batteriespeicher bei Stromausfall?
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Welche Full-Backup-Box passt zu meiner PV-Anlage?
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Wie lange hält mein Batteriespeicher bei Stromausfall?
Eine der häufigsten Fragen bei PV-Anlagen mit Batteriespeicher lautet: Wie lange kann mein Haus bei einem Stromausfall weiter versorgt werden? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht, denn die Notstromdauer hängt von mehreren Faktoren ab.
Entscheidend sind vor allem der Ladezustand der Batterie zum Zeitpunkt des Stromausfalls, der aktuelle Stromverbrauch im Gebäude und die mögliche PV-Erzeugung während des Ausfalls. Zusätzlich spielt die Leistung des Hybridwechselrichters eine wichtige Rolle, da sie vorgibt, welche Verbraucher gleichzeitig betrieben werden können.
Mit einer Netzumschaltbox kann das Gebäude bei Netzausfall automatisch auf den Backup-Ausgang des Hybridwechselrichters umgeschaltet werden. Die verfügbare Energie kommt dann aus dem Batteriespeicher und, bei Sonneneinstrahlung, zusätzlich aus der PV-Anlage.
Welche Faktoren bestimmen die Notstromdauer?
Die Batteriekapazität gibt an, wie viel Energie gespeichert werden kann. Ein Speicher mit 10 kWh kann theoretisch doppelt so lange versorgen wie ein Speicher mit 5 kWh – wenn der Verbrauch gleich bleibt.
Der Verbrauch im Gebäude ist der zweite entscheidende Faktor. Ein Haus mit geringer Grundlast kann deutlich länger versorgt werden als ein Gebäude, in dem große Verbraucher aktiv sind. Licht, Router, Kühlschrank und Heizungssteuerung benötigen meist vergleichsweise wenig Energie. Wallbox, Wärmepumpe, Herd oder Durchlauferhitzer können den Speicher dagegen sehr schnell entladen.
Der dritte Faktor ist die aktuelle PV-Erzeugung. Scheint während des Stromausfalls die Sonne, kann die PV-Anlage den Verbrauch direkt decken und gleichzeitig die Batterie nachladen. Dadurch kann sich die Notstromdauer erheblich verlängern.
Beispielrechnung: 5 kWh Speicher und 500 Watt Verbrauch
Ein einfaches Beispiel zeigt das Prinzip. Wenn ein Batteriespeicher eine nutzbare Kapazität von 5 kWh hat und der konstante Verbrauch im Haus bei 500 Watt liegt, ergibt sich rechnerisch:
5 kWh / 0,5 kW = 10 Stunden
Das bedeutet: Bei gleichbleibendem Verbrauch könnte das Haus etwa 10 Stunden versorgt werden, wenn der Speicher voll geladen ist und keine zusätzlichen Verluste berücksichtigt werden.
In der Praxis können Abweichungen entstehen. Wechselrichterverluste, Batteriereserve, Temperatur, Eigenverbrauch des Systems und wechselnde Verbraucher beeinflussen die tatsächliche Laufzeit.
Richtwerte für typische Speichergrößen
| Verfügbare Batterie | Verbrauch 300 W | Verbrauch 500 W | Verbrauch 1.000 W |
|---|---|---|---|
| 5 kWh | ca. 16,5 Stunden | ca. 10 Stunden | ca. 5 Stunden |
| 8 kWh | ca. 26,5 Stunden | ca. 16 Stunden | ca. 8 Stunden |
| 10 kWh | ca. 33 Stunden | ca. 20 Stunden | ca. 10 Stunden |
| 15 kWh | ca. 50 Stunden | ca. 30 Stunden | ca. 15 Stunden |
Diese Werte dienen als Orientierung. Die tatsächliche Notstromdauer hängt immer von der konkreten Anlage und dem tatsächlichen Verbrauch ab.
Warum eine Notstromreserve sinnvoll ist
Viele Batteriespeicher werden im Alltag zur Eigenverbrauchsoptimierung genutzt. Das bedeutet: Der Speicher wird geladen, wenn PV-Überschuss vorhanden ist, und entladen, wenn Strom im Haus benötigt wird.
Wenn ein Stromausfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt eintritt, kann der Speicher bereits teilweise entladen sein. Deshalb ist es sinnvoll, eine feste Notstromreserve einzuplanen. Häufig wird eine Reserve von etwa 30 % gewählt.
Bei einem 10-kWh-Speicher wären das 3 kWh Reserve. Bei einem Verbrauch von 500 Watt könnte diese Reserve rechnerisch etwa 6 Stunden überbrücken. Das reicht oft aus, um viele typische Stromausfälle komfortabel zu überstehen.
Wie verlängert PV-Erzeugung die Laufzeit?
Wenn der Stromausfall tagsüber auftritt und die Sonne scheint, kann die PV-Anlage zusätzliche Energie bereitstellen. Diese Energie kann direkt im Haus verbraucht oder zum Nachladen der Batterie verwendet werden.
Dadurch kann sich die Versorgung über viele Stunden oder sogar über mehrere Tage verlängern, wenn Verbrauch und PV-Erzeugung gut zusammenpassen. Besonders wichtig ist dabei ein bewusstes Lastmanagement. Wer im Notstrombetrieb nur wichtige Verbraucher nutzt, kann die verfügbare Energie deutlich länger einsetzen.
Welche Verbraucher sollten im Notstromfall laufen?
Sinnvoll sind vor allem Verbraucher mit hoher Bedeutung und vergleichsweise geringem Strombedarf. Dazu gehören Kühlschrank, Gefriertruhe, Licht, Router, Kommunikationstechnik, Heizungssteuerung, Sicherheitstechnik und ausgewählte Steckdosen.
Große Verbraucher sollten nur dann betrieben werden, wenn Wechselrichter und Batterie dafür ausgelegt sind. Wallboxen, Wärmepumpen, Durchlauferhitzer oder große Motoren können die Batterie sehr schnell entladen.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein 10-kWh-Speicher bei Stromausfall?
Bei einem konstanten Verbrauch von 500 Watt rechnerisch etwa 20 Stunden. Bei 1.000 Watt Verbrauch etwa 10 Stunden. Zusätzliche PV-Erzeugung kann die Laufzeit verlängern.
Kann die Batterie bei Stromausfall nachgeladen werden?
Ja, wenn der Hybridwechselrichter diese Funktion unterstützt und ausreichend PV-Erzeugung vorhanden ist.
Sollte ich immer eine Notstromreserve einplanen?
Ja, eine Speicherreserve ist sinnvoll, damit bei einem unerwarteten Netzausfall noch Energie zur Verfügung steht.
Fazit
Die Notstromdauer hängt vor allem von Batteriekapazität, Verbrauch und PV-Erzeugung ab. Je geringer der Verbrauch und je höher die verfügbare Speicherenergie, desto länger kann das Gebäude versorgt werden.
Eine Netzumschaltbox sorgt dafür, dass das Gebäude bei Netzausfall automatisch auf den Backup-Ausgang des Hybridwechselrichters umgeschaltet wird. So kann die gespeicherte Energie aus Batterie und PV-Anlage gezielt genutzt werden.